Presseartikel

17.06.2010 Die schönste Maschine kommt aus Balingen

  • Drucken

(PFULLENDORF/sel) Dank seines Mitglieds Karl Dörr hat der Flugsportverein Pfullendorf am vergangenen Wochenende das 27. internationale Pipertreffen mit Bravour gemeistert. Die europäische „Miss-Wahl“ gewinnt eine Schönheit aus Balingen.
Eine Augenweide ist jede der 50 nach Pfullendorf eingeschwebten Maschinen, jede ein von Pilotinnen und Piloten liebevoll gepflegtes Schätzchen – so unverwechselbar individuell wie die Eigentümer. Und die „Piperisti“ sind in der Tat ein feierfrohes Völkchen! Unabhängig von sozialem Status oder etwa Einkommen im „Zivilleben“, zählt bei den Pipertreffs nur der Charakter von Maschine und Pilot(in). Entsprechend hoch her geht es auch bei den international ausgeschriebenen Treffs der fliegenden Familie. Und hier hat sich der Flugsportverein Pfullendorf am Wochenende zu ungeahnten Höhen auf geschwungen. Trotz bescheidenstem Wetter waren alle Teilnehmer vom Programm am Boden und in dem zur Partyhalle umfunktionierten Flugzeughangar am Jakobsweg restlos begeistert. „Schuld“ daran ist vom Start weg Vereinsmitglied Karl Dörr gewesen. Hat doch der „Piper Karle“ die Warming-Up-Fliegerparty am Freitagabend komplett aus eigener Tasche gelöhnt – samt Fressalien und Flüssigteibstoff für alle, weil am Samstag seine Piper den 50. Geburtstag feiern konnte. Die „Flottengeschichte“ der Pipers insgesamt reicht aber noch viel weiter zurück, denn seit fast 70 Jahren rackern die kleinen Luftlastesel der Marke „Piper“ weltweit unermüdlich. Ohne die „Bush Pilots“ auf ihren Pipers wäre zum Beispiel der Alaska Highway nie gebaut worden. In der Vergangenheit sind über 40 000 Einheiten dieses kleinen und (fast immer) gutmütigen Wundertiers (Piper „Cub“) gebaut worden, das als Spornradflugzeug aber auch seine gewöhnungsbedürftigen, manchmal „bockigen“, Eigenheiten hat. Heute werden die Schätzchen bis hin zur Piper PA-18 „Super Cub“ von ihren Eignern aufopferungsvoll gehegt und gepflegt.

Familientreffen

„Aus-Flüge“ in größeren Staffeln geraten geradezu zu „Familientreffen“, so auch am vergangenen Wochenende in Pfullendorf, wo etwa 75 Oldie-Flieger beim Flugsportverein zum Touch-Down zwischen Aftholderberger Straße und Jakobsweg angemeldet waren, wegen oft noch schlechterer Wetterlagen an den Heimatflughäfen aber nur 50 Flieger abheben konnten. Die haben in Pfullendorf aber einen mehr als nur repräsentativen Querschnitt durch die Oldie-Szene geboten. Denn trotz Großserie ist jede Piper natürlich inzwischen – ähnlich wie der VW-Käfer – ein gehätscheltes „Einzelkind“ mit ganz persönlicher Note. Die Stadt Pfullendorf hat eine spezielle Führung für die Gäste in ihren mittelalterlichen Mauern und einen Empfang im historischen Rathaussaal auf die Beine gestellt. Ein Ausflug zum Dornier-Museum bot den Gästen eindrucksvolle Einblicke in das High-Tech-Ländle am Bodensee. Selbst als Wirtschaftsfaktor sorgt so ein Pipertreff für lokalen Wirbel. Obwohl die ganz harten Piloten grundsätzlich im eigenhändig eingeflogenen Zelt unter den Flügeln ihrer Maschinen nächtigen – wobei die Nächte immer festfroh äußerst kurz geraten, konnten alle Herbergen in Pfullendorf und Umgebung „ausgebucht“ melden. Selbst Stefan Schneider, „Chefpilot“ des Pfullendorfer Flugsportvereins hat da als „Bettenscout“ gewirbelt. Mit einem riesigen Aufatmen aller Beteiligten ist am Sonntagnachmittag der Start des letzten Heimkehrers, hinein in das einzige Wolkenloch des Tages, registriert worden, denn „runter kommen“ will ein Pilot tunlichst im heimatlichen Fliegerhorst. Den weitesten Hin- und Rückflug hatte übrigens eine Piper aus Berlin-Schönhagen.

(Erschienen: 17.06.2010 18:15)